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Sehr geehrter Kunde,
das tägliche Leben, sowohl das private wie auch das Arbeitsleben, hängt in der heutigen Zeit entscheidend davon ab, wie es um die Versorgung mit Energie steht. Ein Leben ohne elektrische Energie ist nicht mehr denkbar. Doch nicht nur das Vorhandensein dieser elektrischen Energie ist wichtig, sondern auch deren Qualität. Wie sehr man abhängig ist, wird einem bewusst, wenn diese Energie einmal nicht zur Verfügung steht. Kurzzeitiger Wegfall ist im privaten oft noch zu verschmerzen; für arbeitstechnische Prozesse ist auch ein noch so kurzzeitiger Ausfall der Versorgung oft mit gravierenden Problemen verknüpft. Jedoch auch normale Schwankungen des Effektivwertes dieser Spannung oder auch deren Oberwellengehalt oder ähnliche Eigen- schaften der elektrischen Versorgung spielen eine wichtige Rolle. Die Europäische Norm EN 50160 definiert solche Einwirkungen auf die Versorgungsspannung und beschreibt somit den in Europa zu erwartenden Mindeststandard der Spannungsqualität.
Sie ist betitelt: Merkmale der Spannung in öffentlichen Elektrizitätsversorgungsnetzen
Deutsche Fassung EN 50160:2007
Von Seiten der Energieversorger ist seit einiger Zeit das Bestreben spürbar geworden, einige dieser Qualitätsparameter zu verändern. Einer dieser Qualitätsaspekte ist die Höhe der zulässigen Spannungs- schwankungen. In der revidierten Norm wurde die zulässige Überspann- ungsgrenze von +10% auf +15% angehoben und gleichzeitig die zulässige Dauer für diese Überspannung bis in den dreistelligen Minutenbereich ausgedehnt. Die Begründung des von den Energieversorgern dominierten CLC/TC 8x liegt im wesentlichen darin, dass durch die Zuschaltung einer Vielzahl von Solaranlagen mit längeren Spannungseinspeisungen gerechnet werden muss, die sich nicht ohne weiteres ausregeln lassen. Hinzu kommt, dass durch die problematische Versorgung entfernt gelegner Gebiete die Tendenz besteht, eine höhere Spannung vorzuhalten, um die Spannungs- fälle zum Teil zu kompensieren. Es muss weiter angemerkt werden, dass diese Toleranz bereits im Jahre 2003 mit Erscheinen der nun gültigen Fassung von 6% auf 10% erhöht wurde. Durch massive Intervention konnte in letzter Sekunde die Ratifizierung des revidierten Standards in Brüssel verhindert werden. Es ist jedoch zu befürchten, dass diese Intervention nur aufschiebenden Charakter haben wird, so dass mit Erscheinen der neuen Ausgabe die Qualität des Versorgungsnetzes weiter schwinden wird. Der ZVEI – Zentralverband der Elektroindustrie – wird versuchen, massiv gegen die Toleranzerweiterung der Netzspannung vorzugehen, denn neben den funktionalen Aspekten im normalen privaten und Industriebereich kommen sicherheitskritische Aspekte in Industriebereichen, welche und Ex-Bedingungen produzieren, hinzu. Die Zulassungen der einzelnen elektrischen Komponenten, welche in Ex-Bereichen zum Einsatz kommen, berücksichtigen nicht eine neuerliche Verschlechterung der Spannungstoleranz von 50%. Neben den möglichen Auswirkungen auf die Lebensdauer der Geräte wird insbesondere die Erhöhung des Explosionsrisikos durch Temperaturerhöhungen gesehen und die mögliche elektrische Gefährdung, wenn die Isolations- koordination nicht auf die höheren Spannungen ausgelegt ist. Uttc ist in Gremien vertreten, die einer Verschlechterung des elektrischen Netzes sehr kritisch gegenüberstehen und wird versuchen, die Interessen der Kundschaft hier zu verteidigen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Angelika Skrzypczyk (Tel.: 0 28 42 / 92 90-313).
Ihr uttc-Team
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