Juni 2010 Print E-mail
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Sehr geehrter Kunde,

 

das tägliche Leben, sowohl das private wie auch das Arbeitsleben,
hängt in der heutigen Zeit entscheidend davon ab, wie es um die
Versorgung mit Energie steht. Ein Leben ohne elektrische Energie
ist nicht mehr denkbar. Doch nicht nur das Vorhandensein dieser
elektrischen Energie ist wichtig, sondern auch deren Qualität.

Wie sehr man abhängig ist, wird einem bewusst, wenn diese Energie
einmal nicht zur Verfügung steht.
Kurzzeitiger Wegfall ist im privaten oft noch zu verschmerzen; für
arbeitstechnische Prozesse ist auch ein noch so kurzzeitiger Ausfall
der Versorgung oft mit gravierenden Problemen verknüpft.

Jedoch auch normale Schwankungen des Effektivwertes dieser
Spannung oder auch deren Oberwellengehalt oder ähnliche Eigen-
schaften der elektrischen Versorgung spielen eine wichtige Rolle.

Die Europäische Norm EN 50160 definiert solche Einwirkungen auf die
Versorgungsspannung und beschreibt somit den in Europa zu
erwartenden Mindeststandard der Spannungsqualität.


Sie ist betitelt:
Merkmale der Spannung in öffentlichen Elektrizitätsversorgungsnetzen


Deutsche Fassung EN 50160:2007


Von Seiten der Energieversorger ist seit einiger Zeit das Bestreben
spürbar geworden, einige dieser Qualitätsparameter zu verändern.
Einer dieser Qualitätsaspekte ist die Höhe der zulässigen Spannungs-
schwankungen. In der revidierten Norm wurde die zulässige Überspann-
ungsgrenze von +10% auf +15% angehoben und gleichzeitig die zulässige
Dauer für diese Überspannung bis in den dreistelligen Minutenbereich
ausgedehnt.

Die Begründung des von den Energieversorgern dominierten CLC/TC 8x liegt
im wesentlichen darin, dass durch die Zuschaltung einer Vielzahl von
Solaranlagen mit längeren Spannungseinspeisungen gerechnet werden
muss, die sich nicht ohne weiteres ausregeln lassen. Hinzu kommt, dass
durch die problematische Versorgung entfernt gelegner Gebiete die
Tendenz besteht, eine höhere Spannung vorzuhalten, um die Spannungs-
fälle zum Teil zu kompensieren.
Es muss weiter angemerkt werden, dass diese Toleranz bereits im Jahre
2003 mit Erscheinen der nun gültigen Fassung von 6% auf 10% erhöht
wurde.

Durch massive Intervention konnte in letzter Sekunde die Ratifizierung des
revidierten Standards in Brüssel verhindert werden.

Es ist jedoch zu befürchten, dass diese Intervention nur aufschiebenden
Charakter haben wird, so dass mit Erscheinen der neuen Ausgabe die
Qualität des Versorgungsnetzes weiter schwinden wird.
Der ZVEI – Zentralverband der Elektroindustrie – wird versuchen, massiv
gegen die Toleranzerweiterung der Netzspannung vorzugehen, denn neben
den funktionalen Aspekten im normalen privaten und Industriebereich kommen
sicherheitskritische Aspekte in Industriebereichen, welche und Ex-Bedingungen
produzieren, hinzu. Die Zulassungen der einzelnen elektrischen Komponenten,
welche in Ex-Bereichen zum Einsatz kommen, berücksichtigen nicht eine
neuerliche Verschlechterung der Spannungstoleranz von 50%.
Neben den möglichen Auswirkungen auf die Lebensdauer der Geräte wird
insbesondere die Erhöhung des Explosionsrisikos durch Temperaturerhöhungen
gesehen und die mögliche elektrische Gefährdung, wenn die Isolations-
koordination nicht auf die höheren Spannungen ausgelegt ist.

Uttc ist in Gremien vertreten, die einer Verschlechterung des elektrischen
Netzes sehr kritisch gegenüberstehen und wird versuchen, die Interessen
der Kundschaft hier zu verteidigen.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Angelika Skrzypczyk
(Tel.: 0 28 42 / 92 90-313).

 

Ihr uttc-Team

 


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